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Der erste Schritt zur Medaille

Frauen des JC 66 bezwingen den ärgsten Kontrahenten der Nordstaffel

Der Sommer ist da, die Fußballbundesliga legt ihren Endspurt ein – und, na klar: Der JC 66 Bottrop bestreitet einen Doppelkampftag in der Judo-Bundesliga. Nicht die perfekten Voraussetzungen, um die Bottroper Sportfans in die Dieter-Renz-Halle zu locken, doch die war ab 16 Uhr dann doch erfreulich gut besucht. Und die Zuschauer wurden für ihr Kommen belohnt. Sie sahen nicht nur den 9:5-Auftaktsieg der Frauenmannschaft gegen Düsseldorf, sondern auch wie sich die Männer gegen das Starensemble aus Hamburg trotz der 3:11-Niederlage achtbar aus der Affäre zogen.

Die Erfolgscrew des JC 66 nach dem Erfolg über den JC 71 Düsseldorf.

JC 66 Bottrop – JC 61 Düsseldorf 9:5 (84:50)
(1. Bundesliga Nord, 1. Kampftag)

Noch im Vorfeld des Duells gegen Düsseldorf waren die Sorgenfalten bei den Verantwortlichen des Damenteams groß gewesen. Gleich 21 der nominell 35 Kandidatinnen für einen Einsatz hatten aus unterschiedlichsten Gründen passen müssen. Internationale Turniereinsätze, Verletzungen und private Verpflichtungen hatten den Kader arg dezimiert. So stand mit der Belgierin Gabriella Willems etwa nur eine von elf ausländischen Kämpferinnen zur Verfügung. Doch auch der Gast aus der Landeshauptstadt reiste nur mit einem Rumpf-Aufgebot nach Bottrop und so herrschte am Samstagnachmittag nach der Waage zumindest leise Entwarnung.

Und auf der Matte sorgten die Bottroper Bronzemedaillengewinnerinnen des Vorjahres trotz einiger enger Duelle und kleinerer Schwierigkeiten für klare Verhältnisse. Zwar hatte Neuzugang Marina Zapros (-57 kg) im Auftaktkampf gleich das Nachsehen, doch dank der Siege von Alina Fiedler (-70 kg), Gabriella Willems (+78 kg), Marie König (-78 kg), Saskia Wüst (-63 kg) und Roxana Conradus (-52 kg) standen die Zeichen früh auf Sieg. Da fiel es nicht ins Gewicht, dass Nachwuchstalent Ann-Carolin Sudeick (-48 kg) bei ihrer Bundesligapremiere schon nach wenigen Sekunden mit Ippon fiel. Die 5:2-Führung veranlasste auch Landes- und Stützpunkttrainer Frank Urban zu einer eindeutigen Prognose: „Die Messe müsste gelesen sein.“

So war es dann auch. Zwar gelang es auch Lena Wilkes in der Gewichtsklasse -52 Kilogramm nicht zu punkten, doch Fiedler, Willems, König und Wüst bauten den Vorsprung wie schon im ersten Durchgang kontinuierlich bis zum 9:3 aus. Es folgte eine Schrecksekunde, als Roxana Conradus im Duell mit Mira Ulrich nach einem Würger nicht rechtzeitig „abklopfen“ konnte und kurzzeitig auf der Matte das Bewusstsein verlor. Doch der Neuzugang stand wenig später wieder und konnte mit den Piratinnen den 9:5-Auftaktsieg feiern, nachdem der JC 66 das letzte Duell des Tages mangels Alternativen unbesetzt gelassen hatte.

Der erste Schritt in Richtung Titelverteidigung in der Nordstaffel der Bundesliga ist damit getan, was auch JC-Trainer Wolfgang Amoussou so bewertete: „Das war heute der wichtigste Kampftag, denn Düsseldorf ist für uns der stärkste Konkurrent in der Liga. Gegen den Rest sollte es ebenfalls gut laufen, vor allem wenn wir dann in der Breite noch besser aufgestellt sind.“ Die Weichen für einen erneuten Medaillengewinn bei der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft sind also gestellt.

Männer: Drei Punkte als Fingerzeig

JC 66 Bottrop – Hamburger JT 3:11
(1. Bundesliga Nord, 2. Kampftag)

Gegen das Starensemble aus der Hansestadt hatten die Piraten wenig überraschend das Nachsehen. Und dennoch zeigt das Ergebnis von 3:11, dass sich die Bottroper Judoka achtbar aus der Affäre gezogen hatten. Schließlich kassierten die Ligakontrahenten aus Potsdam (0:14) und Bonn Bad-Godesberg (1:13) noch deutlichere Niederlage. Das Ergebnis darf also zumindest als ein kleiner Fingerzeig in Richtung Konkurrenz gewertet werden, zumal JC-Trainer Sven Helbing nach dem Kampftag betonte: „Hamburg ist nicht unser Maßstab und deshalb sind wir mit dem Ergebnis auch zufrieden, wenngleich sogar noch ein paar Punkte mehr drin gewesen wären.“

In der Tat: Danny Meeuwsen (-100 kg), Sebastian Wendt (+100 kg), Kwin Phetmanee (-60 kg) sowie Kalala Ngoy (-66 kg) im zweiten Durchgang waren in ihren Duellen nicht so wahnsinnig weit weg von einem Achtungserfolg. Doch in den entscheidenden Momenten waren die Hamburger in den engen Duellen jeweils das Quäntchen erfolgreicher. So blieb es bei den vom Publikum mit viel Applaus honorierten Siegen von Kalala Ngoy (-66 kg) gleich im ersten Duell des Tages sowie Hamsat Isaev (-73 kg) und Egzon Lekaj (-90 kg) im zweiten Durchgang. „Die drei Punkte sind also ein Erfolg, auf dem wir aufbauen können“, äußerte sich auch Teammanager Volker Tapper, der bereits die kommende Aufgabe im Hinterkopf haben dürfte. Denn am 26. Mai geht es dann bei Hertha Walheim nicht erneut gegen Weltklasse, sondern einen Konkurrenten auf Augenhöhe.

Texte: Henning Wiegert

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