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Tor 11: Bereit zum Neustart

bottrop.sport öffnet Tore: Die Spitzensportler unserer Stadt

In seiner Sitzung am 24. November machte der Rat der Stadt Bottrop den Weg frei für ein Förderkonzept für den Spitzensport. Mit Hilfe von Sponsorengeldern sollen Talente aus Bottroper Vereinen gezielt unterstützt werden. Wer aber sind Bottrops Spitzensportler und welche aufstrebenden Talente gibt es in dieser Stadt? In unserem Adventskalender wollen wir bis Heiligabend täglich einen Bottroper Spitzensportler vorstellen. Wir öffnen Tor 11 und präsentieren mit Agatha Schmidt das nächste Judotalent. Die 18-Jährige hat bereits eine Achterbahn der Gefühle hinter sich.

Agatha Schmidt (r.) hat wieder Vertrauen zu ihrem Knie. Bei den Westdeutschen Meisterschaften stand sie ganz oben auf dem Podest. Foto: JC 66

Agatha Schmidt ist gerade mal 18 Jahre jung, hat in ihrem Sportlerleben aber schon alle möglichen Höhen und Tiefen erlebt. Dabei hingen großer Erfolg und bittere Enttäuschung nah zusammen. Der dritte Platz bei den deutschen U18-Meisterschaften 2014 war gerade gefeiert, da wurde die junge Judoka auf den bitteren Boden der Tatsachen zurückgeholt. Im internationalen Trainingslager in Bad Blankenburg riss sie sich das Kreuzband. "Danach wieder fit zu werden, war echt hart", sagt Schmidt. Das hat sie auch mit Hilfe ihrer Trainer und Physiotherapeuten gemeistert, dann ging es zurück auf die Matte. "Die größte Herausforderung war es dann, die psychische Blockade zu überwinden und die Sorgen um das Knie zu verdrängen, um wieder mit Mut auf der Matte zu stehen", gesteht Agatha Schmidt. Mittlerweile ist ihr das gelungen. Das stellte sie unter anderem Anfang November eindrucksvoll unter Beweis, als sie sich in ihrer Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm bei den Westdeutschen Meisterschaften die Goldmedaille und damit auch ein Ticket für die Deutschen Einzelmeisterschaften 2016 der Erwachsenen in Hamburg sicherte. Auch beim Sichtungsturnier der U20 in Mannheim feierte sie mit dem Silberrang einen Erfolg. Agatha Schmidt ist zurück in der Erfolgsspur.

Anfänge beim Konkurrenten

Zum ersten Mal stand sie im Jahr 2005 auf der Matte. Damals noch beim PSV Bottrop. "Meine Eltern haben mich zum Judo geschickt, damit ich mich austoben kann", erinnert sich Schmidt. 2010 ist sie dann zum JC 66 Bottrop gewechselt. Ein Schritt, der sie in der Karriere nach vorne gebracht hat. Nicht nur der dritte Platz bei den deutschen Einzelmeisterschaften der U18 steht zu Buche, auch mit der Mannschaft war Agatha Schmidt erfolgreich. Mit dem Regionalligateam feierte sie die Meisterschaft, seit zwei Jahren steht sie auf der Kaderliste des Bundesligateams. Ihren bisher einzigen Kampf hat sie - wie könnte es anders sein - gewonnen.

Zwischen Essen, Bottrop und Köln

Agatha Schmidt (r.) absolviert bis zu sieben Trainingseinheiten pro Woche. Foto: C. Dziwok

Mittlerweile hat sie die Schulbank des Josef-Albers-Gymnasiums gegen die Hörsäle der Uni Essen eingetauscht. Dort studiert die 18-Jährige BWL und strebt den Masterabschluss an. "Bisher lassen sich Judo und Studium gut miteinander vereinbaren. Im Universitätssportclub habe ich die Möglichkeit, vor und zwischen den Vorlesungen Krafttraining und ähnliches zu machen", erzählt Schmidt. Insgesamt kommt sie auf drei Randori-Einheiten in Bottrop, einmal Training am Olympiastützpunkt in Köln und mindestens drei Krafteinheiten pro Woche. Trainer nimmt sie an der Uni nicht in Anspruch, da bleibt sie ihren bisherigen Coaches aus Bottrop und Köln treu.

2016 soll ein glänzendes Jahr werden

Alles, um ihre Ziele für das kommende Jahr zu erreichen. 2016 soll nämlich wieder eine glänzende Medaille bei der deutschen U21-Meisterschaft um ihren Hals baumeln. Bei den Deutschen Meisterschaften der Erwachsenen geht es darum Erfahrung zu sammeln und auch international will sich Agatha Schmidt messen. "Da muss ich mal sehen, wo ich im Vergleich zur Konkurrenz stehe. Aber ein paar Kämpfe möchte ich schon gewinnen", sagt sie. Dabei will sie ihre Schwäche, die Ungeduld, wenn nicht alles sofort klappt, wieder einmal besiegen. Denn sie weiß: "Ich bin ehrgeizig und meistens erreiche ich so meine Ziele."

Text: Henning Wiegert

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