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Waldhof bietet großen Kampf

War das bitter. Hart kämpft, viel gezittert, und am Ende knapp verloren. Bessere Werbung hätten die Waldhof-Jungs für den Tennissport nicht machen können. In der gut besuchten Regenthalle starteten die Männer vom Quellenbusch in die Niederrheinligasaison. Und die Zuschauer werden ihr Kommen nicht bereut haben.

TC Waldhof Herren I

TC Waldhof - Dinslakener TG Blau-Weiß 4:5
(Niederrheinliga, 1. Spieltag)

Es hätte nicht schlechter los gehen können. Regen, Regen und noch mehr Regen über Bottrop. Der Schiedsrichter entschied deshalb: Ab in die Halle. Ob das für Waldhof gut oder schlecht sein würde, wagte keiner so recht einzuschätzen. Mit vier Einzeln startete die Partie gegen den Dinslakener TG Blau-Weiß. Niels de Moree stand im Duell der beiden Niederländer Bart Brons gegenüber, Matthias Merkel traf auf den zweiten Niederländer Roy Bruggeling, Christian Schmitke hatte es mit Hendrik Paetzel zu tun und Christian Müller erwartete Daniel Lingen.

Während sich auf den ersten drei Plätzen Duelle auf Augenhöhe abzeichneten, hatte Matthias Merkel von Beginn an einen schweren Stand. "Ich habe am Anfang nur die eingeschlagenen Bälle eingesammelt", resümierte er nach dem Spiel. Das Ergebnis spiegelte das auch wieder. 0:6/1:6 hieß es am Ende. Mund abwischen, weiter machen.

Anders präsentierte sich Niels de Moree im Spitzeneinzel. Zu Beginn des Matches konnte er mehrere Breakchancen nicht nutzen, war aber vor allem bei eigenem Aufschlag präsent. Bart Brons fand mit zunehmender Dauer aber immer mehr Mittel, um de Moree unter Druck zu setzen. Den Zuschauern wurde auf dem Centre Court ein packendes Duell geboten. Mit dem besseren Ende für Brons. 4:6/4:6 konnte der Niederländer in Diensten von Blau-Weiß Dinslaken gewinnen.

Neben an mühte sich derweil Christian Schmitke. In der bisherigen Sandplatzsaison hat er noch nicht so recht seine Form gefunden und auch im Duell mit Hendrik Paetzel sah es zunächst nicht gut aus. 2:5 lag der amtierende Stadtmeister hinten, kam dann aber etwas besser ins Spiel, verkürzte auf 4:5, um dann doch noch das Break zum 4:6 zu kassieren. Im zweiten Satz lief dann alles nach Reihe. Beide Spieler brachten in gepflegter Regelmäßigkeit ihr Service durch. Beim Stand von 4:5 war es dann wieder Schmitke der wackelte und zum 4:6 gebreakt wurde. 0:3 aus Waldhof-Sicht.

Jetzt war es an Christian Müller die Hoffnungen der Waldhöfer am Leben zu halten. Und er bot den Zuschauern ein an Spannung und Emotionen nicht zu überbietenden Fight. Spannung pur schon im ersten Satz. Im Tiebreak war es Müller, der den ersten Satzgewinn in der Niederrheinliga perfekt machte. Und auch im zweiten Satz stellte er die Weichen zunächst auf Sieg. Im gelang das erste Break im zweiten Durchgang, kassierte aber postwendend das Re-Break. Gleichstand. Dann hochklassige Ballwechsel, Adrenalin auf beiden Seiten. Und Freude pur nach dem 7:5. Der erste Sieg in der Niederrheinliga, die Initialzündung für Jan-Rudolf Möller und Julian Schulte.

Bezirksmeister mit Galavorstellung

Jan-Rudolf Möller erwartete den in Bottrop bekannten André Mordhorst, Julian Schulte traf auf Dennis Amerkamp. Schulte legte los wie die Feuerwehr. Eine Woche nach dem er sich den Bezirksmeistertitel sicherte, zeigte er seinem Gegenüber sofort, wer Herr auf dem Court ist. Der erste Return von Amerkamp schlug noch ein, danach war er abgemeldet. Ehe sich die letzten Zuschauer an den Plätzen eingefunden hatten, führte Schulte bereits mit 5:0, wenig später machte er den Satz mit 6:1 zu. Und auch im zweiten Durchgang das gleiche Bild. Schulte schnell mit 3:0 vorne, dann kam Amerkamp auf 3:2 ran, ehe die Nummer fünf der Waldhöfer wieder forcierte und mit grandiosen Schlägen den Sieg mit 6:2 nach Hause brachte.

Nebenan war es Möller der das Geschehen diktiere, Mordhorst der, der vor allem mit sich und seiner Vorhand haderte. Beide zunächst mit sicheren Aufschlagspielen, dann war es Möller, dem das Break gelang. Den Vorteil ließ er sich nicht mehr nehmen und der Satz ging mit 6:4 an ihn. Im zweiten Satz ein ähnliches Bild, wieder Möller mit dem entscheidenden Break. 6:4, und Ausgleich für die Waldhöfer. Jetzt war alles drin.

Showdown in den Doppeln

Raus gehen oder in der Halle bleiben? Die Frage wurde gestellt und durch den wieder einsetzenden Regen von selbst beantwortet. Bei den Waldhöfern rotierte Christian Schmitke raus, Doppelspezialist Tristan Preusse rückte ins Team. Die Doppel Merkel/Möller, de Moree/Schulte und Müller/Preusse sollten es richten. Ihnen gegenüber standen Brons/Bruggeling, Paetzel/Amerkamp und Mordhorst/Lingen.

Schnell zeichnete sich ab, dass das Spitzendoppel Merkel/Möller gegen das Oranje-Doppel Brons/Bruggeling nur wenig Chancen hatte. Sie fanden mit der Zeit zwar besser ins Spiel, fanden aber kein Mittel bei Aufschlagspielen der Dinslakener. 2:6/3:6 der Endstand.

Die Augen richteten sich nun auf den Nebenplatz wo Niels de Moree und Julian Schulte siegen mussten, um Waldhof im Rennen zu halten. Der erste Satz ging schnell an die Waldhöfer und auch im zweiten waren sie schon ein Break vor, ehe die Dinslakener zurück breakten und das Spiel wieder offen machten. Aber auch davon ließen sich de Moree/Schulte nicht schocken und konnten den Sack mit 7:5 zu machen. Jetzt kam es zum Showdown.

Christian Müller und Tristan Preusse sollten es richten, den Sieg einfahren und Waldhof hätte so schon am ersten Spieltag ein Bein in der Niederrheinliga behalten und einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Hätte! Denn direkt im ersten Spiel musste Christian Müller sein Aufschlagspiel abgeben. Die beiden begannen fahrig, leichte Fehler prägten das Spiel und gleichzeitig überzeugten Mordhorst und Lingen mit gutem Doppelspiel. 1:6 hieß es im ersten Durchgang. Im zweiten Satz dann ein anderes Spiel. Plötzlich waren Müller/Preusse da. Pushten sich, unterstützt von den Zuschauern in der Halle die für angemessene Stimmung in diesem Krimi sorgen. Das Break für die Waldhöfer. Der Match-Tiebreak zum Greifen nah. Re-Break. 5:5. Rhytmisches Klatschen, Unterstützung für die beiden Akteure. 7:5! Und der Match-Tiebreak war erreicht. Dort wendete sich das Blatt aber schnell gegen die Waldhöfer. Sofort ein Mini-Break hinten, Re-Break. Dann gab Müller zweimal seinen Aufschlag ab, die Dinslakener zogen auf 4:9 davon. Konnten die Waldhöfer nochmal zurückkommen? Nein. Beim Stand von 6:9 nutzten André Mordhorst und Daniel Lingen ihren dritten Matchball und sicherten Dinslaken so den 5:4 Sieg. Die Enttäuschung bei den Waldhöfern greifbar, aber auch der Stolz auf eine tolle Leistung.

Vorfreude auf Oberkassel

"Wir haben gezeigt, dass wir in der Liga angekommen sind und uns vor niemanden verstecken müssen", sagte Jan-Rudolf Möller nach dem Spiel. Christian Müller zeigte sich begeistert von der Stimmung: "Obwohl wir in der Halle gespielt haben, wurden wir fantastisch unterstützt. Das macht Vorfreude auf die kommenden Spiele." Und auch vom Gegner gab es Respekt für die Leistung. "Dieses Spiel bestätigt mich in meiner Einschätzung. Waldhof wird die Klasse halten", sagte André Mordhorst.

Was die Waldhöfer da erwartet ist nach dem gestrigen Spieltag schwer einzuschätzen. Die eigentlich als Favorit auf den Aufstieg gehandelten Jungs aus Oberkassel unterlagen gegen Gold-Weiß Wuppertal mit 3:6. Wuppertal ist dabei ein Gegner, der auf Augenhöhe mit Waldhof liegt. Mit einer Leistung wie gestern, ist den Waldhöfern alles zuzutrauen, wenn Oberkassel in zwei Wochen am Quellenbusch gastiert. Dann hoffentlich auf der roten Asche und nicht in der Halle.

Text: Max Lazar

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